Integrative Spielgruppe Wühlmäuse

Die integrative Spielgruppe „Wühlmäuse“ gehört seit dem 01.08.2016 zur Trägerschaft der St. Elisabeth Stiftung. Aufgenommen werden zum Einen Kinder aus der Kirchengemeinde  im Alter von 2-3 Jahren zur Vorbereitung auf einen Kindergartenplatz, Kinder im Vorschulater aus unseren Kurzzeit- und Diagnosegruppen in der Kinder- und Jugendhilfe , die für die Dauer ihres Aufenthaltes  (ca. 1/2 Jahr) nur selten einen Platz in einem Regelkindergarten erhalten sowie Kinder aus nicht deutschsprachigen Familien, die aus Kriegsgebieten geflüchtet sind und noch keinen Kindergarten- bzw. Schulplatz haben. Insgesamt stehen bei den Wühlmäusen 20 Plätze in 2 Gruppen zur Verfügung.

Eine inklusive Pädagogik beinhaltet für uns eine Wertschätzung der Vielfalt in den Bereichen Bildung und Erziehung und ist gleichzusetzen mit einer akzeptierenden, wertschätzenden und annehmenden Grundhaltung mit dem langfristigen Ziel von individueller Autonomie.

Die Kinder lernen von- und miteinander: sprechen, spielen, basteln, turnen, u.v.m. Der Spaß am gemeinsamen Tun steht im Vordergrund und Vorurteile sollen gar nicht erst aufkommen. Eine fremde Sprache lernen Kinder am schnellsten durch gemeinsame Erfahrungen und die Vielfalt fremder Kulturen erschließen sich am ehesten durch das eigene Erleben.

Die Betreuungszeiten sind einmal von Mo-Mi von 8:30 Uhr bis 11:30 Uhr und für die zweite Kleingruppe am Mi um 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr und am Do und Fr von 8:30 Uhr bis 11:30 Uhr in den Räumlichkeiten des Gemeindehauses der katholischen Kirche am Schubertplatz in Detmold.

Während der Betreuungszeit erfahren die Kinder eine sich wiederholende Struktur und lernen Rituale im Tages,- Wochen- und Jahresablauf kennen.

Während der Bringzeit suchen sich die Kinder im Freispiel selbst aus, mit was und  mit wem sie spielen möchten. Wenn alle Kinder da sind, starten wir mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend bieten wir gezielte Angebote entweder im 1:1 Kontakt oder in einer Kleingruppe an. Die anderen Kinder haben während dieser Zeit wieder Gelegenheit, sich im Freispiel zu beschäftigen und im sozialen Miteinander zu interagieren. Am Ende der Betreuungszeit gibt es einen gemeinsamen Sing- und Spielkreis, bei schönem Wetter gehen die Kinder danach noch auf den Spielplatz.

Jedes Kind soll die Möglichkeit bekommen, seine Ressourcen zu entdecken und seine Fertigkeiten zu üben – alleine, zu zweit und mit vielen anderen Kindern. Gemeinsame Erfahrungen und individuelle Begleitung sollen den Kindern helfen, im eigenen Tempo zu lernen und sich zu entwickeln.

An den drei Betreuungstagen pro Woche hat jeder Tag einen anderen pädagogischen Schwerpunkt: Bewegung, Sprache, Kreativität.

Bewegung ist für Kinder ein Grundbedürfnis, das in der heutigen Zeit aufgrund von zunehmenden Gefährdungen im Alltag häufig eingeschränkt wird, bzw. schon die kleinen Kinder viel Zeit vor und mit den Medien verbringen. Umso wichtiger erscheint es uns, den Kindern in diesem Bereich gezielte Angebote zu machen. Wir nutzen hierfür zum einen die Turnhalle der St. Elisabeth Stiftung in der Palaisstraße und bewegen uns zum anderen bei schönem Wetter auch gerne auf dem Spielplatz oder im Wald. Es geht uns dabei um Körperkoordination, Gleichgewichtssinn, Lage-Raum-Wahrnehmung u.v.m.

Kinder im Vorschulbereich benötigen viele unterschiedliche sprachliche Angebote und Zugänge zur Sprache: Bilderbücher, Fingerspiele, Lieder, Geschichten,… um Sprache und Sprechen auf vielfältige Art und Weise erfahren und erleben zu können. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder, die in ihrer frühen Kindheit aufgrund traumatischer Erlebnisse ‚verstummt‘ sind oder die durch die Flucht mit den Familie aus einem Kriegsgebiet nun eine völlig fremde Sprache/ Kultur erlernen sollen.

Kreativität und Spiel sind für Kinder neben der Sprache das Medium, mit dem sie sich am deutlichsten mitteilen können. Hier möchten wir den Kindern Raum geben und ein breites Angebot vorhalten, um nonverbal zu kommunizieren, Erlebtes auszudrücken und Bedürfnisse mitteilen zu können. Dies kann z.B. über Musik, Malen, Gestalten, Rollenspiel o.ä. initiiert werden. Diese Form des (nonverbalen) Ausdrucks erscheint uns besonders auch auf dem Hintergrund wichtig, dass die nicht-deutschen Kinder durch den Krieg in ihrem Heimatland und den z.T. schlimmen Erfahrungen auf der Flucht, Möglichkeiten geboten werden, diese zu verarbeiten.

Den Eltern sollen im Jahresverlauf verschiedene Möglichkeiten des Austauschs und der Information gegeben werden, indem die Pädagoginnen zu Elternabenden, gemeinsamen Spiele- und Kulturnachmittagen, kleinen Wanderungen/ Ausflügen o.ä. einladen werden. Die integrative Spielgruppe „Wühlmäuse“ soll so zu einem Begegnungsraum für Groß und Klein werden.

Ansprechpartnerin: Frau Cornelia Stock unter 05231/740741